Gondelbau
Sieben Holzarten werden für den Bau der echten venezianischen Gondeln verwendet: Eiche, Nussbaum, Ulme, Lärche, Mahagoni, Tanne und Kirsche.
Die Gondel wird mit fünf
bis sieben Schichten Lack gestrichen, dazwischen wird nass geschliffen. Die
Zusammensetzung der Lacke ist ein Geheimnis. Nur nicht die Farbe: Schwarz ist
Pflicht. Zunächst waren Gondeln aus praktischen Gründen schwarz: Sie wurden
mit Pech wasserdicht gemacht, und da war es am einfachsten, sie schwarz zu streichen.
Während der Regierungszeit des Dogen Gerolamo Priuli (die Priuli waren Getreidehändler,
Landbesitzer und Pferdezüchter, gehörten zu den reichsten Familien der Republik
und stellten drei Dogen) erließ dann der Senat von Venedig
das von der Kirche unterstützte Aufwandgesetz, welches einen einheitlichen schwarzen
Anstrich für alle Gondeln vorgab.
Die Gondeln sind ungefähr 11 Meter lang, ca. 1,50 Meter breit und asymmetrisch geformt. Gondeln sind auf der Backbordseite 16 Zentimeter länger und 24 Zentimeter breiter als an Steuerbord. Dadurch wird es ermöglicht, dass 1 Gondoliere dieses Boot antreiben kann.
Eine Gondel aus Vollholz, deren Bau zwei bis drei Monate dauert, kostet um die 30 000 Euro. Es gibt allerdings nur noch 5 Bootsbauer, die diese Kunst beherrschen. Einer davon ist Sig. Tramontin, aus dessen Bootswerft wir einige Bilder zeigen dürfen.
![]() Deutlich kann man auf dem Bild links die rechteckige Öffnung im Bootskörper auf der Steuerbordseite den sog. "trincarino" erkennen, in dem die Ruderstütze (forcola) eingelassen ist. |
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![]() Hier sieht man eine Gondel nach einer der regelmäßigen Wartungen. Wir hatten Glück und konnten zusehen, wie sie wieder zu Wasser gelassen wurde. |
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| Wie man unschwer am oberen Bild erkennen kann, fehlt bei der überholten Gondel noch die komplette Inneneinrichtung und die Stütze (forcola) für das Ruder (il remo). Diese Einrichtung wird gleich einem Baukastensystem wieder Zug um Zug eingebaut bis die Gondel dann wieder seetüchtig und gemütlich wird. |
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| Die Gondelpartien sind nicht ganz preiswert. So kostet eine Rundfahrt nach Sondervereinbarung (Dauer 40 Minuten - maximal 6 Personen pro Gondola) immerhin 80,- €. Je 20 Min. über die Zeit kosten noch 40,- € Zuschlag. Menschen, die unter Platzangst leiden oder nicht halbwegs "seefest" sind sollten sich das Vergnügen zweimal überlegen, denn aufgrund des regen Schifffahrtsverkehrs könnte die Gondel leicht ins Schaukeln geraten. |